
Und weil dies so ist und weil dies einmal etwas besser werden soll, bitten jetzt die Eltern Katia Burger-Rickert und Bernd Rickert die Öffentlichkeit um Unterstützung: mit zwei Benefizkonzerten „Musik für Noémie”.
Das Ehepaar kämpft Tag für Tag, Nacht für Nacht darum, dass es ihrem kleinen Sonnenschein etwas besser geht. Ein Kampf, der aber das finanziell Machbare der vierköpfigen Familie oft übersteigt. Deshalb nun zum zweiten Mal dieser Schritt. Denn angeschafft werden soll ein Giger-Therapiegerät, das bislang erfolgreich bei Hirnschädigungen eingesetzt wurde. Kostenpunkt: 15 000 Euro. „Aber das ist eine Summe, die wir nicht mehr stemmen können”, sagt Katia Burger-Rickert
Katia Burger-Rickert mit ihrem kleinen Sonnenschein Noémie.
Schlaganfall im Bauch der Mutter
Zur Vorgeschichte: Noch im Bauch der Mutter erleidet Noémie einen Schlaganfall. Katia Burger-Rickert wird im Januar 2006 sofort in die Uniklinik Bonn eingewiesen. Hier bleibt sie - noch lange nach der Entbindung am 6. Februar - bis Mitte Mai. „Als ich eingeliefert wurde, lag Schnee, als ich mit Noémie nach Hause kam, war Frühling,” erinnert sich die auch in Arnsberg bestens bekannte Konzertpianistin. Zu Hause, da wurde die kleine Noémie von Familie und Freunden mit einem Fest empfangen. „Und wir haben sofort einen Lebensbaum für sie gepflanzt.”
Aber von nun an war die Familie Rickert rund um die Uhr eingespannt. Denn der Schlaganfall hat Noémies Gehirn schwer geschädigt. Die Erkrankung erfordert immer wieder Aufenthalte in Krankenhäusern, Operationen und ständige gezielte Förderung durch Ergotherapeuten. Zudem muss Noémie ständig von zwei Infusionspumpen versorgt werden: eine für die Zufuhr von Protein C, das ihrem Blut fehlt (der Auslöser für den Schlaganfall), die andere für einen Blutverdünner.
Und dies alles, sagt Katia Burger-Rickert, ist natürlich mit enormen Kosten verbunden. Daher würde die geplante Anschaffung des Giger-Therapiegerätes die Familie - Vierter im Bunde ist Sohn Yannick (8) - finanziell völlig überfordern. Aber gerade dieses Gerät könnte helfen, der kleinen Noémie das Leben etwas zu erleichtern.
„Deshalb gehen wir diesen Schritt an die Öffentlichkeit zum zweiten Mal”, sagt die Mutter. Und setzen so auf die Hilfe von Mitbürgern, damit auch auf das Leben ihres kleinen Sonnenscheins ein wenig mehr Sonne fällt.
Konzerte am 29. und 30. August
Geplant sind zwei Konzerte „Musik für Noémie - eine Mutter spielt für ihr Kind”: Am Samstag, 29. August, um 19.30 Uhr im Rittersaal gemeinsam mit ihrem in aller Welt tätigen früheren Kollegen Roger Sala (Paris) ein vierhändiges Klavierkonzert mit Werken von Schubert, Brahms, Dvorak und Ravel. Am Sonntag, 30. August, stehen um 17 Uhr im Kulturzentrum Hüsten Werke für zwei Klaviere an - diesmal von Mozart, Chopin, Rachmaninow und Schostakowitsch. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Niedereimer. Noémie ist drei Jahre alt. Noémie kann nicht sehen, kann nicht sprechen, kann nicht mit anderen Kindern spielen. Sie kann nämlich auch nicht laufen.