Programmheft

BIOGRAFIE

Katia Rickert  wurde 1970 in Forbach/Frankreich geboren und begann im Alter von sechs Jahren mit ihrem ersten Klavierunterricht bei ihrer Mutter. Mit zehn Jahren besuchte sie das Konservatorium von Metz, wo sie 1985 eine Goldmedaille in den Fächern Klavier und Kammermusik sowie erst Preise in den Fächern „Musiktheorie“ und „vom Blatt spielen“ erhielt. 1987 folgt der „Ersten Interregionalen Preis“ im Fach Klavier.
Nach dem Abitur begann sie 1989 ihr Klavierstudium am „Conservatoire National Supérieur de Musique de Lyon“ bei Prof. Carlos Roqué Alsina, 1990 zusätzlich in die „Begleitungsstudium“. 1991 erhielt sie den 3. Preis des Internationalen Kammermusik-Wettbewerbes von Vierzon (Frankreich) zusammen mit dem Violonisten J.M. Bourret. 1993 bestand sie ihre Abschlussprüfung zum Konzertexamen mit bester Auszeichnung und nutzte im Anschluss die Möglichkeit eines Aufbaustudiums. Dieses absolvierte sie an der Musikhochschule Essen, in der Klasse von Prof. Catherine Vickers. Zusätzlich erhielt sie in diesem Jahr ein Stipendium „Hilfe für junge Talente“ des musikalischen Mäzenats der Bank „Société Générale“. Sie besuchte Meisterkurse bei Francois-René Duchable, Pavel Gilolov. Neben ihren zahlreichen Engagements als Solistin in Europa zeichnet sich Katia Rickert durch viefältige kammermusikalische Aktivitäten aus (zahlreiche Konzerte u.a. Paris, Lyon, London, Istanbul, Luxemburg, Genf, Finale Ligure etc.) Katia Rickert und Roger Sala, die häufig als Klavier-Duo konzertieren, gewannen 1994 den dritten Preis sowie den „Spezial-Preis“ für die beste Interpretation der zeitgenössischen Pflichtstücke beim Internationalen Kammermusikwettbewerb „Palma d’Oro“ in Finale Ligure (Italien). Sie spielten auch in diesem Jahr eine CD mit „Französische Musik für zwei Klaviere“ ein.


ROGER Sala wurde 1970 in Avignon (Frankreich) geboren und erhielt im Alter von 7 Jahren seinen ersten Klavierunterricht im „Conservatoire National de Région d’Avignon“, wo er 1986 eine Goldmedaille in den Fächern Klavier und Kammermusik erhielt.
1987 trat er in die Klavierklasse von Prof. Carlos Roqué Alsina am „Conservatoire National Supérieur de Musique de Lyon“ ein. Nach dem Abitur (1988), schloss er 1991 seine Abschlussprüfung zum Konzertexamen mit bester Auszeichnung ab. Roger Sala nahm an zahlreichen Meisterkursen bei namhaften Interpreten teil: Paul Badura-Skoda, Menahem Pressler, Jean-Claude Pennetier, Catherine Collard, Francois-René Duchable…Roger Sala spielte zahlreiche Konzerte in Frankreich und Europa.
1992 ist er als Solist zusammen mit dem Philharmonisches Orchestra von Radio-France aufgetreten.



PROGRAMM AM SAMSTAG 29. AUGUST 2009

Franz Schubert (1797 – 1828)
Fantasie in f-moll op.103 (D940)

Anton Dvorak (1841 - 1904)
Slavischen Tänzen
Nr. 2 op. 72 in e-moll – Allegro molto
Nr. 8 op. 46 in g-moll – Presto

PAUSE

Maurice Ravel (1875 - 1937)
Ma Mère l’oye (Meine Mutter, die Gans)
5 Pièces enfantines (5 Stücke für Kinder)
Pavane de la Belle au bois dormant (Die Pavane von Dornröschen)
Petit Poucet (Kleiner Däumling)
Laideronette, Impératrice des Pagodes (Laideronette, Kaiserin der Pagoden)
Les entretiens de la Belle et de la Bête (Unterhaltung zwischen die Schöne und das Biest)
Le Jardin féerique (Der Feengarten)

Johannes Brahms (1883 - 1897)
Ungarischen Tänzen
Nr. 1 in g-moll – Allegro molto
Nr. 4 in f-moll – Poco sostenuto – Vivace
Nr. 5 in fis-moll – Allegro



Die Gattung "Klaviermusik zu vier Händen" entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu der wohl am meisten verbreiteten Form häuslichen, geselligen Miteinander-Musizierens.

Franz Schubert hat das vierhändige Repertoire sowohl mit zahlreichen unterhaltsamen, dabei allerdings sehr raffinierten und klangschönen Märschen, Tänzen, Rondos, etc., als auch mit einigen anspruchsvollen, gewichtigen und komplexen Werken bereichert. Den Höhepunkt von Schuberts Klavierduo-Schaffen stellt ohne Frage die Fantasie f-moll D 940 aus seinem Sterbejahr 1828 dar, die in ihrer abgrundtiefen Trauer, ihren radikalen Ausbrüchen, ihren kühnen harmonischen Strukturen und ihrem freien, dabei überlegen gestalteten formalen Aufbau vielleicht das bedeutendste Werk dieser Gattung überhaupt ist.

Die Slawischen Tänze sind eine Sammlung von 16 Instrumentalstücken von Antonín Dvořák, die 1878 und 1886 entstanden sind. Die Stücke wurden original für Klavier zu vier Händen komponiert und jeweils kurze Zeit später für Orchester bearbeitet. Sie gehören zu den bekanntesten Kompositionen des tschechischen Komponisten und bedienen sich charakteristischer rhythmischer Muster von böhmischen und mährischen Volkstänzen.

Fünf Stücke für Kinder von Maurice Ravel. Die Pavane von Dornröschen: Prinzessin Floriante stürzt aus Unachtsamkeit zu Boden und sticht sich an einer Spindel. Das Spinnrad ist verhext und bewirkt, dass die Verletzte für einhundert Jahre in Schlaf versinkt. Die Besitzerin des Haushaltsgegenstandes verfügt über magische Kräfte und hat ein gutes Herz. Sie setzt alles daran, der Eingeschlummerten ihre Träume mit abwechslungsreichen Bildern zu versüßen. Kleiner Däumling: Diese Geschichte endet tragisch. Der Däumling ist mit seinen Brüdern losgezogen, um den Wald zu erkunden. Damit er den Weg zurückfindet, hat er Körner auf den Weg gestreut, die ihn leiten sollen, falls man sich verirrt. Doch die Vögel haben alle Sämlinge aufgepickt und die Kleinen haben nun ein ernsthaftes Problem. Laideronette, Kaiserin der Pagoden: Die Bewohner einer Pagode feiern ein Laternenfest. Sie haben allerdings Angst vor der Kaiserin, die ständig von einer großen grünen Schlange begleitet wird. Entsetzt fliehen sie in alle Richtungen, als die Herrscherin sich naht. Unterhaltung zwischen die Schöne und das Biest. Die kleinen Mohren lassen den Spiegel fallen, in dem Prinzessin Floriante sich betrachtet. Anstelle des Spiegelbildes erscheint plötzlich ein abstoßendes Tier und macht ihr Liebeserklärungen. Zunächst abgeneigt, lässt sie sich umstimmen und reagiert mit Freundlichkeit. Das Tier verwandelt sich und findet zu seinem ursprünglichen angenehmen Äußeren eines hübschen Jünglings zurück. Der Feengarten: Ein Jagdhorn kündigt den Prinzen Charmant an. Prinzessin Floriante liegt auf ihrem Ruhebett in einem Feengarten und schläft. Der Prinz tritt heran und gibt ihr einen feurigen Kuss, so dass sie davon erwacht. Apotheose:
Die Personen der zurückliegenden Bilder treten auf und freuen sich über das Glück der Prinzessin.

Die Ungarischen Tänze entstanden in den Jahren 1858–69 in der ursprünglichen vierhändigen Klavierfassung. Sie gehören zu Brahms populärsten Werken.



PROGRAMM AM SONNTAG 30. AUGUST 2009

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Sonate für zwei Klaviere in D-Dur KV 448
Allegro con spirit
Andante
Allegro molto

Manuel Infante (1883 - 1958)
Andalusische TänzeRitmo
Sentimiento
Gracia


PAUSE

Astor Piazzolla (1921 - 1992)
Suite Porteña de Ballet

Sergej Rachmaninov (1873 - 1943)
Suite Nr. 1 „Fantaisie-Tableaux“
Barcarolle (Gondellied)
La nuit… L’amour (Die Nacht … Die Liebe)
Les larmes (Die Tränen)
Pâques (Ostern) 



Die Sonate D-Dur für zwei Klaviere KV 448 entstand im Jahre 1781. Mozart hat sie für sich selbst und seine Schülerin Josephine Aurnhammer geschrieben. Sie gehört zu den ganz großen Meisterwerken im Repertoire für Klavierduo. Alle drei Werke sind von großer Feierlichkeit. Bei den vierhändigen Sonaten, von denen Mozart allein schon für Hausmusikzwecke wesentlich mehr komponiert hat, bekommt der Klavierklang durch die Dichte des kompositorischen Satzes oft etwas massives, fast orchestral Anmutendes. In der Sonate für zwei Klaviere dagegen entsteht, weil sich jeder der beiden Pianisten frei auf einer vollständigen Tastatur bewegen kann, weniger eine rein klangliche Steigerung als eine Steigerung des virtuosen, pianistischen Ausdrucks. Die Sonate ist voll von Spielfreude, humorvollen Kommentaren des einen Klavieres über das andere etc.. Der Glanz dieses Werkes steht im Dienste meisterhafter Kontrapunktik und majestätischen Ausdrucks.

Die spanische Musik hat seit jeher eine starke Faszination auf alle Komponisten ausgeübt. Denn sie vereint u.a. die mitreißende Rhythmik des Flamencos mit dem exotischen Sound der phrygischen Tonleiter, die den arabischen Einfluss unschwer erkennen lässt. Diese beiden Elemente, eingebettet in die musikalische Tradition Europas, machen die unverwechselbare und unwiderstehliche Eigenart dieser Musik aus. Und wiederum ist das Klavier das ideale Instrument, um diese Musik auch in den größten Sälen kraftvoll und zugleich gesanglich darzustellen. In diesem Genre gibt es kaum effektvollere und für die Spieler dankbarere Stücke, als die Trois Danses Andalouses von Manuel Infante, komponiert 1921. Infante war selbst Pianist und schrieb diese Suite für den eigenen Gebrauch. Wie er die andalusischen Volksweisen und Tänze immer wieder pianistisch neu einkleidet, wie er sie mit farbigen Harmonien unterlegt und die Möglichkeiten des Klanges zweier Klaviere in unerschöpflichen Variationen ausnützt, zeigt nicht nur seine intime Kenntnis der Musik seiner Heimat, sondern auch die seines Instruments. Die drei hochvirtuosen Stücke sind das, was man im Konzertbetrieb einen »Reißer« nennt.

Ástor Piazzolla war ein argentinischer Bandoneon-Spieler und Komponist. Er gilt als Begründer des Tangos nuevo, einer Gegebewegung zum traditionellen Tango Argentino. 

Das Jahr 1893 brachte die Uraufführung von Rachmaninows Fantaise-Tableaux für zwei Klaviere. Widmungsträger dieser Klaviersuite ist Tschaikowski, dessen Tod im selben Jahr Rachmaninov gedachte. Die Suite besteht aus vier Sätzen, denen als Motto jeweils ein Verspigramm vorangestellt ist. Barcarolle, bezieht seine Inspiration aus Lermontows Gondellied; es suggeriert das Geräusch der Wellen in der Abenddämmerung und den vergänglichen Charakter der Liebe. Das zweite Bild, La nuit … l’amour (Nacht … Liebe), trägt als Motto ein Gedicht aus Lord Byrons Parisina, die Geschichte vom Schicksal der Titelheldin nach dem Bekanntwerden ihrer Liebesbeziehung zu dem unehelichen Sohn ihres Mannes. In dieser Nachtmusik erhebt sich über gebrochenen Akkorden und intrikaten Figurationen, die das Geräusch von Wind und Wellen suggerieren, einsam der Gesang der Nachtigall. Nach einem dramatischen Höhepunkt sinkt die Musik in die Stille zurück. Les larmes (Tränen), trägt als Motto Worte des russischen Romantikers Fjodor Tjutschew. Rachmaninow lässt sich von den Glocken der im elften Jahrhundert erbauten Sofien-Kathedrale der Stadt Nowgorod inspirieren. Auch das abschließende Bild, Paques (Ostern), das an Mussorgskis „Das große Tor von Kiew“ aus Bilder einer Ausstellung denken lässt, wird von Glockenklängen beherrscht. Das Versepigramm fand Rachmaninow in einem Gedicht des Philosphen und Dichters Alexej Chomjakow. Inmitten des Glockengeläuts erklingt der Ostergesang der Auferstehung Christi.

Übersetzung der Gedichte, die Rachmaninov den vier Sätzen der Suite Nr. 1 „Fantaisie-Tableaux“ vorangestellt hat:

Nr. 1 Gondellied      
Michail Lermontov (1814 – 1841)
Kühle abendliche Woge, kaum ein Laut unter den Rudern der Gondel.
… wieder das Lied! Und wieder der Klang der Gitarre! … in der Ferne bald traurig, bald fröhlich ertönt der Klang des alten Gondelliedes: „Die Gondel gleitet durchs Wasser, und die Zeit fliegt über die Liebe;
Wieder glättet sich die Woge, die Leidenschaft wird niemals wieder aufleben!“

Nr. 2 Die Nacht … Die Liebe                                                                                                                                    Lord Byron (1788-1824)
Dies ist die Stunde, in der von den Ästen der Nachtigall höchster Ton erschallt;
Dies ist die Stunde, da die Schwüre der Liebenden süß in jedem leisen Wort erklingen
Und safte Winde und nahe Wasser den Einsamen wie Musik umspielen.

Nr. 3 Die Tränen                                                                                                      
Fjodor Tjutschev (1803 – 1873)
Menschliche Tränen, oh menschliche Tränen!
Ihr strömt Wohl zu früher und später Stunde - Strömt unbekannt, strömt unsichtbar unerschöpflich, unzählbar -
Ihr fließt, wie Bäche von Regen im stillen, finsteren Herbst, zu nächtlicher Stunde.

Nr. 4 Ostern                                                                                        
Aleksej Chomjakov (1804 – 1860)
Und ein mächtiges Läuten flog über die Erde, und die ganze Luft, dröhnend, erbebte,
Wohlklingende, silberhelle Donner sprachen die Kunde vom Heiligen Fest.                           
                             
                               

Mit dem Erlös der Konzerte soll einen "Giger-Therapie-Gerät" angeschafft werden, das bei zerebral geschädigten Kindern mit großem Erfolg eingesetz wird (Kosten ca. 15.000€ komplett).  

„Wir bedanken uns, im Namen von Noémie über ihre großzügige Spende!“